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Betrugsfälle bei Geldüberweisungen nach China

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Immer wieder werden deutsche Unternehmen Ziel von gefälschten Zahlungsanweisungen. Unser Factsheet erklärt diese typische Betrugsmasche und zeigt, wie Sie Ihr Unternehmen schützen können. (Stand: 03/2026)

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Seit einiger Zeit verzeichnen die AHK-Büros in China und Hongkong immer wieder Betrugsfälle, in denen deutsche Unternehmen gefälschte Kontoinformationen von vermeintlichen Lieferanten erhalten. In vielen dieser Fälle handelt es sich um Hackerangriffe, bei denen betrügerische Akteure den E-Mail-Verkehr abfangen, die Zahlungsaufforderung manipulieren und anschließend mit veränderten Bankdaten an den Käufer weiterleiten. 

 

So beauftragte beispielsweise ein deutsches Unternehmen einen Schmucklieferanten aus Südchina mit Firmensitz in Hongkong. Die erhaltene Zahlungsanweisung enthielt jedoch die Kontodaten eines völlig anderen Kontoinhabers, auf dessen Konto der Rechnungsbetrag irrtümlich überwiesen wurde. Der Betrug fiel erst auf, als der tatsächliche Lieferant wegen der ausstehenden Zahlung nachfragte. 

Was sollten Unternehmen vor einer Überweisung unbedingt prüfen? 
  1. Absenderadresse: Stammt die Zahlungsaufforderung von derselben E-Mail-Adresse wie der bisherige Kontakt?
  2. Verschlüsselung / IT-Sicherheit: Auch bei vermeintlich identischen Absenderadressen ist Vorsicht geboten, insbesondere wenn der bisherige E-Mail-Verkehr ohne SSL-Verschlüsselung erfolgt ist. Dies betrifft häufig kostenlose E-Mail-Dienste wie u.a. 163.com, Yahoo, Hotmail.
  3. Bankdaten: Stimmen Name des Kontoinhabers und der Ort des Bankkontos mit den zuvor übermittelten oder vertraglich vereinbarten Angaben des Lieferanten überein?
  4. E-Mail-Stil: Weicht der Schreibstil, die Grammatik oder die Tonalität der Nachricht auffällig vom bisherigen Schriftverkehr ab?
  5. Dokumentenlayout: Entspricht die (Pro-forma-)Rechnung in Format, Schriftart, Logo und Kontaktinformationen den üblichen Unterlagen des Lieferanten?
  6. Telefonische Rückbestätigung: Im Zweifel sollte die Echtheit der Rechnung sowie der angegebenen Bankverbindung telefonisch beim bekannten Ansprechpartner des Lieferanten bestätigt werden – niemals über die in der verdächtigen E-Mail angegebenen Kontaktdaten. 
Was tun, wenn bereits an ein falsches Konto überwiesen wurde? 

Sollte bereits eine Zahlung auf ein betrügerisches Konto erfolgt sein, kontaktieren Sie sofort Ihre Bank. Solange die Überweisung noch nicht dem Empfängerkonto gutgeschrieben wurde, besteht ggf. die Möglichkeit, den Vorgang zu stoppen.

 

Nach erfolgter Gutschrift können Banken in China oder Hongkong erfahrungsgemäß nur sehr eingeschränkt helfen. Ist ein Abbruch der Transaktion nicht mehr möglich, bleibt häufig nur der Weg über eine Strafanzeige bei den zuständigen Behörden.

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