Logo of German Industry and Commerce Ltd. (GIC)

Warnung vor Betrug mit elektronischen Bauteilen

  • Download

Immer mehr deutsche Unternehmen werden Opfer fingierter Onlinehändler für elektronische Bauteile. Unser Factsheet zeigt typische Muster und gibt konkrete Empfehlungen zur Vermeidung von Betrug. (Stand: 03/2026)

.

In den vergangenen Monaten hat die Delegation der Deutschen Wirtschaft vermehrt Anfragen deutscher Unternehmen erhalten, die ausstehende Lieferungen vermeintlicher Vertragspartner in Hongkong oder Festlandchina betreffen. Besonders häufig kommt es dabei zu Betrugsfällen im Zusammenhang mit Bestellungen von elektronischen Bauteilen („electronic components“). 

Elektronische Bauteile 

Bei der wiederkehrenden Betrugsmasche mit elektronischen Bauteilen bestellen deutsche Unternehmen über eine Website elektronische Bauteile („electronic components“). Oft handelt es sich um Bauteile, die regulär weltweit schwer oder gar nicht zu liefern sind, auf der entsprechenden Website aber zum Kauf angeboten werden und vermeintlich vorrätig sind. Nach einer Bestellung liefern die Händler die bezahlte Ware nicht und sind nicht erreichbar. Eine Rechtsverfolgung ist angesichts der Auftragshöhe und der ggf. anfallenden Anwalts- und Gerichtskosten häufig wirtschaftlich nicht sinnvoll. 

Seriöse Außendarstellung

Die Händler verfügen über äußerst seriös wirkende und detailliert gestaltete Internetauftritte. So ist es u.a. auch möglich, eine deutsche Spracheinstellung der jeweiligen Internetseite aufzurufen und eine Vielzahl der gängigsten Geschäftssprachen auszuwählen. Auch die deutsche Übersetzung des Internetauftritts lässt auf den ersten Blick nicht unmittelbar den Schluss zu, dass es sich um ein betrügerisches Unternehmen handelt, denn auch die entsprechenden Fachtermini der Elektroteile sind weitgehend korrekt übersetzt. Dadurch entsteht der Gesamteindruck eines authentischen Unternehmens.

Vergebliche Kontaktaufnahme

Nach der Bestellung stellt der Onlineshopbetreiber seine Zahlungsdaten zur Verfügung. Einige Händler senden dem Besteller eine Proformarechnung. Eine Zahlung hat dann über Vorkasse zu erfolgen. Nachdem die Rechnungssumme durch den Besteller beglichen wurde, erfolgt keine Auslieferung der bestellen Artikel und der Onlineshopbetreiber ist auf keinem Wege erreichbar. Versuche von Kontaktaufnahmen verlaufen ergebnislos, sowohl die Telefon- als auch die Faxnummern sind nicht angeschlossen. Die Webseiten geben keinen Aufschluss über verbundene Rechtspersonen und auch die Herkunftsdaten der Domänen führen nicht zu den Betreibern der Onlineshops. Aus diesem Grund gibt es auch keine Möglichkeit, weitere Recherchen im Handelsregister anzustellen. Ob es ein operatives Geschäft gibt, bleibt unklar. Ebenso bleibt unklar, ob die Täter von Hongkong oder von Festlandchina aus handeln. 

 

Selbst wenn eine Löschung der entsprechenden Domänen durchgeführt wird, ist das Modell der Täter flexibel. Ein einmal gestalteter Onlineshop kann unmittelbar unter einer anderen Domäne aufrufbar sein. Folgende Onlineshops wurden der AHK bisher als Betrugsfälle gemeldet: 

  • https://www.components-store.de 
  • https://www.i-components.com 
  • http://www.bostk.com 
  • https://www.electronic-stocks.com/ 
  • http://www.infinite-electronic.hk 
Handlungsempfehlung

Haben Sie noch keine Bestellung getätigt oder etwas bestellt, aber noch nicht bezahlt, überprüfen Sie die Angaben des Onlinehändlers. Diese finden Sie typischerweise unter den Reitern Impressum/Über uns/About us bzw. bei den Kontaktdaten. Achten Sie hierbei auf folgende Punkte: 

  • Gibt der Händler nur die Homepage und/oder E-Mail-Adresse und keine Person mit Namen als Ansprechpartner an?
  • Stehen als Kontaktmöglichkeit nur E-Mail-Adressen mit allgemeinen Bezeichnungen, etwa info/service/accounting/support/etc.@... zur Verfügung oder werden konkrete Personen mit Namen als Ansprechpartner angegeben? 
  • Existieren Angaben zu anderen Kontaktmöglichkeiten per Telefon, Fax oder eine nachvollziehbare Postanschrift? 

 

Folgendes sollte im Weiteren Kontakt mit einem Händler beachtet / geprüft werden: 

  • Stammt die Zahlungsforderung von derselben E-Mail-Adresse, mit der auch vorher bereits Kontakt bestand?
  • Selbst wenn dies der Fall ist, sollte besonders Vorsicht geboten sein, falls der Kontakt ohne SSL-E-Mail-Verschlüsselung läuft, was häufig bei kostenlosen E-Mail-Anbietern wie „Yahoo“, „Hotmail“, „163.com“, „Sohu.com“ u.a. der Fall ist. 
  • Stimmt der Name des Kontoinhabers und der Ort des Bankkontos mit den ursprünglich übermittelten Kontakt- und Kontodaten des Lieferanten überein? Es sollten niemals Überweisungen an Privatkonten erfolgen.
  • Ist der Schreibstil der E-Mail auffällig und/oder mit Rechtschreibfehlern behaftet?
  • Deckt sich die (Proforma-)Rechnung mit den der von der Firma verwendeten Schriftart, dem Stil und der Kontaktadresse? Im Zweifelsfalle sollte unbedingt der Eingang der Rechnung und Details der Rechnung vom Lieferanten telefonisch noch einmal bestätigt werden.

 

Wenn Sie bereits eine Zahlung an ein falsches Konto getätigt haben, sollten Sie umgehend Kontakt mit Ihrer Bank aufnehmen. Sofern die Überweisung noch nicht auf der Gegenseite gebucht wurde, lässt sich die Transaktion noch abbrechen. Die Bank in China oder Hongkong kann leider selten in solchen Fällen helfen. Falls es für einen Abbruch der Transaktion schon zu spät sein sollte, kann ggf. eine Strafanzeige bei den örtlichen Behörden hilfreich sein. 

 

Es empfiehlt sich zudem, eine Meldung beim Anti-Deception Coordination Centre (ADCC) einzureichen. Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Strafanzeige. Die von Ihnen bereitgestellten Informationen werden von den Hongkonger Behörden genutzt, um gezielt gegen Betrugsmaschen vorgehen zu können. Das ADCC informiert darüber hinaus regelmäßig über aktuelle Betrugsformen in Hongkong.

 

Sollten Sie unsicher sein, ob es sich bei einem Anbieter um ein seriöses Unternehmen handelt, steht Ihnen die Delegation der Deutschen Wirtschaft gerne beratend zur Seite. 

Get in touch

In categories:

Check the latest downloads

See all Downloads
  • Business Confidence Survey 2025
    Download

    German Business in Hong Kong 2025

    The 2025 Business Confidence Survey, conducted by GIC and GCC, shows a generally more positive sentiment among German businesses in Hong Kong compared to 2024. While the city continues to demonstrate strengths in key areas, concerns about its future competitiveness remain, suggesting that both businesses and policymakers should continue to exercise careful consideration in strategic planning. Confidence in Hong Kong has stabilised, reflecting a more optimistic assessment than in the previous year.

  • GCC_AI_Blueprint_Brochure_V12_Page1.png
    Download

    German Chamber Unveils Landmark AI Blueprint to Future-Proof Hong Kong Businesses

    Actionable framework empowers companies to navigate AI transformation with confidence, bridging German engineering excellence with Hong Kong's agility; phase 2 programs for 2026 announced.

  • Members of the GCC Sustainability Working Group (May 2024)
    Download

    “Green Future: Empowering Sustainable Compliance” - GCC Sustainability Working Group Launches Sustainability Leaflet

    The essential guide is designed to help sourcing companies and their Chinese suppliers better understand existing and forthcoming supply chain due diligence regulations and the scope of their implications. It provides practical insights and guidelines to help manufacturers and suppliers align with global sustainability and compliance standards.

Searching for something else?

In our information centre, you can find the latest news, downloads, videos, podcasts...

Go to Info Hub